Biebricher Persönlichkeiten

Bernhard May
04.03.1783 (bei Stromberg) – 16.02.1856 (Biebrich)
Erlernte das Müllerhandwerk und kam während seiner Wanderschaftszeit auf die Hammermühle nach Biebrich, die er 1807 aufkaufte. Es gelang ihm, die durch die Kriegswirren heruntergewirtschaftete Mühle zu einem Musterbetrieb zu machen. Gründete eine Freireligiöse Gemeinde in Biebrich. Seine Erben schenkten der Stadt Biebrich ein Grundstück auf dem Spielbrett, wo der Aussichtspunkt Elisabethenhöhe angelegt wurde.
Bernhard May


Wilhelm Gustav Dyckerhoff, Fabrikant:
06.10.1805 (Elberfeld) – 16.12.1894 (Mannheim)
1835 – 1859 Vertretertätigkeit für Villeroy & Boch in Mannheim; ab 1861 Fabrikation von Portlandzement in Hattenheim und ab 1863 in Amöneburg. Trennte sich von seinem Partner Karl Brentano 1864 und gründete 1865 mit seinen Söhnen Gustav und Rudolf die ‚Portlandzement-Fabrik Dyckerhoff & Söhne‘ in Amöneburg. Im gleichen Jahr war er Mitbegründer der Zementwarenfabrik ‚Lang & Co.‘ in Mannheim. Den wirtschaftlichen Durchbruch erzielte die Firma, als sie 1869 den Zuschlag für den Bau der holländischen. Staatseisenbahn erhielt.
1914 Ehrenbürger von Biebrich
Wilhelm Gustav Dyckerhoff

 

Johann Heppenheimer, Bürgermeister:
30.03.1815 – 13.03.1895
Johann Heppenheimer war 30 Jahre lang Bürgermeister von Biebrich, von 1861 bis 1891. In seiner Amtszeit wurde das Biebricher Rathaus (1876) erbaut.
1893 Ehrenbürger von Biebrich
Johann Heppenheimer

 

Wilhelm Heinrich v. Riehl, Dr. phil.
Kulturhistoriker und Schriftsteller:
06.05.1823 (Biebrich) – 16.11.1897 (München)
1837 – 1841 Besuch der Lateinschule in Wiesbaden und des Gymnasium in Weilburg; dann stud. theol. und phil. in Marburg, Tübingen, Gießen und Bonn. Ab 1846 Journalist in Frankfurt, Karlsruhe und ab 1848 in Wiesbaden, wo er auch Direktor des Hoftheaters war. 1854 wurde er von König Max II. von Bayern als Professor für Staatswirtschaft und 1859-1892 für Kulturgeschichte nach München berufen. Ab 1885 war er auch Direktor des Bayerischen Nationalmuseums und Generalkonservator der Kunstdenkmäler und Altertümer Bayerns.
Wilhelm Heinrich von Riehl

 

Seligmann Baer, Dr. phil. (Univ. Leipzig, 1876), Religionslehrer und Hebraist:
18.9.1825 (Biebrich – Mosbach Wiesbadener Str. 90) – 27.2.1897 (Biebrich-Mosbach)
Studium der alten Sprachen in einem Privatinstitut in Niederwalluf und der Talmudschule in Wiesbaden; hoch geehrt als einer der bedeutendsten Hebraisten seiner Zeit; Seit 1843 als Religionslehrer tätig; 1856 als Lehrer nach Biebrich berufen; 1875 – 1894 Religionslehrer und Vorbeter der Biebricher jüdischen Gemeinde. Er erforschte v.a. die Überlieferung der hebräischen Bibel und veröffentlichte eine Vielzahl wissenschaftlicher Werke, darunter eine eigene Bibelausgabe in 15 Bänden, die auch heute noch als eine der bedeutendsten gilt.
Juni 1882 Erster Ehrenbürger von Biebrich.
Seligmann Baer

 

Heinrich Albert
Mitbegründer der Chemiewerke H. und E. Albert:
1835 – 1908
Angeregt durch seinen akademischen
Lehrer Justus Liebig in München pachtete Albert zusammen mit seinem Bruder Eugen 1858 die Biebricher Lohmühle, um dort in der ‚Landwirtschaftlich-Chemischen und Leimfabrik‘ Dünger aus Phosphat- und stickstoffhaltigen Schlachtabfällen herzustellen. Bald mußte er größere Räumlichkeiten suchen: weil ihm ein am Salzbach liegendes Grundstück wegen der „ungesunden Dünste“ verweigert wurde, gründete er im Hessen-darmstädtischen Amöneburg die größte Düngemittelfabrik Deutschlands. 1910 wurde die Produktpalette um Kunstharze, 1918 um Pharmazeutika erweitert. 1964 fusioniert das Unternehmen mit der Hoechst AG.
Heinrich Albert

 

Wilhelm Kalle
1838 – 1919
Die „Rotfabrik“ nannten die Biebricher die Farbenfabrik, die Dr. W. Kalle 1863 in einem Gebäude der Kurfürstenmühle am Biebricher Rheinufer eingerichtet hatte. Der Name kam von der roten Farbe der dort hergestellten Texilfarbe.Heute gehört die „Kalle“ (seit 1904 AG) zur Hoechst AG.
1888 Königlich Preußischer Kommerzienrat
1914 Ehrenbüger von Biebrich
Wilhelm Kalle

 

Ludwig Beck, Prof. Dr. phil., Dr. ing. e.h. (TH Aachen):
10.07.1841 (Darmstadt) – 23.07.1918 (Biebrich)
Gymnasium und höhere Gewerbeschule in Darmstadt; Studium in Heidelberg und Bergakademie Freiberg und Leoben; Nach prakt. Ausbildung in Bad Ems, Hattingen, London (Royal School of Mines), Altenhundem war er ab 1867 Dozent in Darmstadt und Frankfurt. Seit 1869 übernahm er die Rheinhütte in Biebrich (L. Beck & Co.) und ab 1873 auch die Eisengießerei in Amöneburg mit der Portland-Zementfabrik Dyckerhoff.
1905 Professur.
1891-1915 Stadtverordnetenvorsteher in Biebrich.
Gründer des Städt. Krankenhauses u. des Vereins Volkswohl in Biebrich;
Ab 1906 Vors. des Röm.-Germ. Museums, Mainz
1916 Ehrenbürger von Biebrich.
Ludwig Beck

 

Eugen Julius Richard Dyckerhoff (Dr. Ing. E.h.):
08.05.1844 (Mannheim) –  04.08.1924 (Biebrich)
Realgymnasium Mannheim, dann im väterlichen Zementwerk tätig. Ab 1866 Leiter der neuen Zement Fabrik in Karlsruhe, die 1868 nach Beitritt seines Schwiegervaters Gottlieb Widmann den Namen Dyckerhoff & Widmann Bauunternehmen und Betonwarenfabrik erhielt; 1870 Gründung eines Zweigwerkes in Biebrich, deren Leitung er übernahm. Errichtete 1880 die erste Betonbrücke Deutschlands und 1882 den Wasserhochbehälter in Wiesbaden aus Stampfbeton. Vorsitz des Betonvereins, 1900 stiftete er die Galatea Figur mit Brunnenanlage in der Friedensanlage in Biebrich, sowie 1908 die Renaissance – Vase an gleicher Stelle, 1902 Geh. Kommerz. Rat, 1913 Geheimrat, 1921 Ehrenbürger der TH Karlsruhe.
Eugen Julius Richard Dyckerhoff

 

Wilhelm Dilthey
19.11.1883 (Biebrich Jägerhof)  – 01.10.1911 (Seis am Schlern)
Sohn eines Pfarrers und beginnt auf dessen Wunsch 1852 das Studium der Theologie in Heidelberg. Schon im Folgejahr wechselt er über zur Philologie, Philosophie und Geschichte an der Univ. Berlin. 1864 promoviert er und habilitert sich in Philosophie. 1867 Professur für Philosophie in Basel, dann in Kiel, Breslau und ab 1882 in Berlin. Er gilt als einer der Hauptvertreter der philosophischen Hermeneutik. Er behandelte Fragen der Philosophie, der Erkenntnistheorie, der Psychologie, aber auch der Kunst und Wissenschaft. Dilthey gilt als Begründer der geisteswissenschaftlichen Pädagogik.
Wilhelm Dilthey

 

Toni Sender
29.11.1888 (Biebrich) – 26.06.1964 (New York)
Mit 13 Jahren Frankfurter Handelsschule, begann sie noch vor Abschluss der Ausbildung, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Mitarbeit in Arbeiter- und Soldatenräten und im Stadtparlament, Friedensarbeit. Abteilungsleiterin einer Handelsfirma. 1924 Dresden, SPD-Reichtagsabgeordnete für Dresden und Bautzen, Arbeitsgebiete Zoll- und Handelspolitik. 1928 Redaktion der „Frauenwelt“, einer Illustrierten der SPD. 5.3.1933 Emigration: Tschechoslowakei, Niederlande, 1935 USA. Arbeit bei der UNRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration). 1988 Ausstellung „100 Jahre Toni Sender“ in ihrer Geburtsstadt Wiesbaden- Biebrich.
Toni Sender